Wir für Uns eG, Artikel in der Zeitschrift Contraste März 2012, Rubrik Genossenschaften

Gründung eines Senioren-Netzwerks “Wir für uns” in Heroldsbach


Unerwartete Resonanz

„Wir für uns eG“ heißt die neue gemeinnützige Genossenschaft mit Sitz in Heroldsbach, die in nun in den Gemeindebereichen Heroldsbach und Hausen älteren Menschen das häusliche Leben erleichtern soll. Mit der überwältigenden Anzahl von 50 Gründungsmitgliedern wurden die Erwartungen der Initiatoren weit übertroffen. Die Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich dafür engagieren, dass Menschen zuhause alt werden können – nicht in ein Heim müssen – und dabei gut versorgt sind.

„Mit solch einer Resonanz auf unser Projekt hätten wir nicht gerechnet; ich bin überwältigt“, sagt der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft Mario Scordo als er verkündete, dass insgesamt über 60 Personen zur Gründungsversammlung des neuen Seniorennetzwerkes „Wir für uns eG“ ins Sportheim der SpVgg DJK Heroldsbach/Thurn gekommen waren um bei der Neugründung der Genossenschaft dabei  zu sein. 50 Personen gaben an diesem Abend auch ihre Beitrittserklärungen, unterschrieben auf der letzten Seite der Satzung und wurden somit zu Gründungsmitgliedern der neuen Genossenschaft.

Zu den ersten Vorstandsmitgliedern wurden Mathias Abbé (64) und Jasmin Frank (44) vom Aufsichtsrat bestimmt. Die beiden Vorstandsmitglieder Mathias Abbé  und Jasmin Frank wissen genau, dass jetzt jede Menge Arbeit auf die Beiden wartet; gehen aber ihre neue Aufgabe mit großem Elan an.

„Mein persönliches Ziel ist es, möglichst schnell alle Betroffenen zu erreichen und sie zu überzeugen Hilfe anzunehmen“, so Abbé. Oftmals haben wir während den rund zweijährigen Vorbereitungen auf die Genossenschaftsgründung festgestellt, dass oftmals der stolz der Betroffenen sehr groß ist“, so der 64jährige, der verheiratet ist, zwei erwachsene Kinder hat und seit 30 Jahren in Heroldsbach lebt. „Ich schaff des schon noch alleine“, sei oftmals zu hören gewesen. „Wir hoffen alle, dass die Hemmschwellen möglichst schnell abgebaut werden“, so der Rentner. „Weiter erhoffen wir uns einen schnellen Mitglieder-, aber auch Helferzuwachs“, so Abbé, der 26 Jahre lang bei der Firma Siemens arbeitete und davor sechs Jahre lang. Bei einer damaligen Umfrage im Gemeindegebiet Heroldsbach seien lediglich 25 Rückmeldungen auf die über 800 ausgeteilten Fragebögen wieder zurückgekommen. Abbé ist sich sicher, dass es hier einen weitaus größeren Bedarf gibt.

Jasmin Frank (44), Geschäftsführerin eines Heizölvertriebes, verheiratet, zwei Töchter, wünscht sich, dass die Zahl der Helfer schnell die Zahl der Hilfesuchenden übersteigt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt schnell die Helferschulungen durchzuführen, damit rechtzeitig mit den Hilfeleistungen begonnen werden kann. Außerdem möchte sich die Vorständin um Spenden und Sponsoren kümmern. Das erste Startkapital hat sie selbst an diesem Abend in die Genossenschaft eingebracht. Die Firma Heizöl Frank spendete 500 Euro.

Die Wahlen für den Aufsichtsrat erbrachten folgendes Ergebnis:  Hermann Vortmann, Mario Scordo und Mario Bögelein. Vom Aufsichtsrat wurden  Mathias Abbé und Jasmin Frank für den Vorstand bestimmt. Ferner wurde in der der Gründungsversammlung an diesem Abend folgenden ersten Generalversammlung beschlossen, den Genossenschaftsverband Bayern als Prüfungsverband auszuwählen. Der Vorstand wurde von der Generalversammlung beauftragt die Eintragung der Genossenschaft beim Amtsgericht Bamberg vornehmen zu lassen.

Die nächsten Schritte sind nun die Gründungsprüfung durch den Prüfungsverband zu veranlassen, die Eintragung ins Genossenschaftsregister vorzunehmen, Helferschulungen vorzubereiten und durchzuführen, eine Internetseite einzurichten, sowie Versicherungen abschließen und mit dem Helfen beginnen, sowie die Öffentlichkeit und die Kooperationspartner zu informieren.

Das Spektrum der Genossenschaft umfasst neben Besuchs- und Begleitdiensten auch die Unterstützung im Haushalt (zum Beispiel Reinigung der Wohnung), Reparaturen im Haus, Gartenpflege, Winterdienst, Fahr- und Bringdienste, Wohnungsbetreuung während Krankenhaus- oder Kuraufenthalt, sowie Beratung im außergewöhnlichen Lebenssituationen. Bei Bedarf vermittelt „Wir für uns“ kompetente Ansprechpartner für die altersgerechte Gestaltung der Wohnung oder stellt den Kontakt zu einem Pflegedienst her.

Erreichbar für Helfer und Hilfeleistende ist die Genossenschaft momentan Montag bis Freitag von neun Uhr bis zwölf Uhr unter 09190/929241. Für den Einsatz der Helferinnen und Helfer wird je halber Stunde ein Betrag von vier Euro fällig. Mehr auch im Internet unter www.heroldsbach.de/aktuelles oder unter www.hausen.de

Unterstützung erhält das neue Baby auch von den politischen Gemeinden aus Hausen und Heroldsbach. Sowohl Bürgermeister Franz Renker, als auch Bürgermeister Edgar Büttner sagten der Genossenschaft die Unterstützung der Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu.